Es ist doch so:

In der Regel kostet dich Traffic auf deine Angebote und / oder Landingpages in erster Linie Geld oder sogar die kostbarste aller Ressourcen, deine Zeit.

Viele Marketer, gerade die Beginner machen hier jedoch kalkulatorisch bereits einen entscheidenen Fehler:

Die meisten Marketer da draussen, vor allem die kleineren Unternehmen und Startups, versuchen immer über ausschließlich kostenfreie Traffic-Quellen an frische Besucher zu kommen.

Die Idee dahinter scheint auch zunächst logisch:

Wenn man es schafft die Interessenten kostenfrei auf die eigenen Angebote aufmerksam zu machen, ohne Traffic einkaufen zu müssen, so kann man den Erlös, der durch diese Interessenten erwirtschaftet wird, zu 100% behalten.

“Ich mache also 100% Gewinn“, so der Gedanke.

Doch auch wenn diese Ansicht prinzipiell richtig ist, so liegt hier jedoch auch ein gewaltiges Problem über das nur selten nachgedacht wird:

Du musst in der Regel so viel eigene Zeit opfern, dass diese Traffic-Quelle letztendlich eigentlich eher teuer für dich war.

Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel bezüglich Viralmailer:

Nehmen wir an Du investierst bei einem Viral-Mailer 5 Stunden deiner Zeit darauf mehrere eMails gegen Punkte zu öffnen und die Angebote anderer anzusehen.

Dafür erhältst Du insgesamt 2500 Punkte, die Du im Anschluss selbst als Werber mit eigenen eMails verwenden kannst.

Angenommen eine Mail an einen Konsumenten kosten dich dabei selbst je 2 Punkte pro Empfänger.

Du hast also in 5 Stunden den Versand von 1250 eMails erarbeitet.

Der Anbieter hat allerdings auch ein Angebot gegen Bezahlung: “100.000 Punkte für 100 EUR“

Für 100 EUR erhältst Du hier also auf einen Schlag das Versandkontingent von 50.000 eMails (bei ebenso 2 Punkten je Mail an Kosten)

Hast Du Dir mal den Stundenlohn ausgerechnet, für den Du die Werbemails am Anfang des Beispiels selbst geöffnet hast?!

100.000 Punkte haben in unserem Beispiel den Wert von 10 Euro. 10.000 haben demnach 10 Euro Wert.

Du hast in den genannten 5 Stunden allerdings nur 2500 Punkte erwirtschaftet.

Der Gegenwert der von dir erarbeiteten Punkte hat also umgerechnet den Stundenlohn von 2,50 Euro für dich eingebracht.

Nicht gerade berauschend.

Doch es gibt noch ein paar andere Fallstricke: Es steht noch lange nicht fest, dass du durch deine anschließende Eigenwerbung in diesem Werbemedium aus deinen 1250 eMails auch reale Gewinne erwirtschaftest!

Sollte keiner der Betrachter deiner Werbung auf die Idee kommen dein Angebot zu nutzen, so hast du am Ende sogar vollkommen umsonst und 5 Stunden lang lauter Anzeigen geklickt.

Da auch andere User dieser Werbeportale in der Regel nur die Werbung betrachten, um das eigene Business weiter nach vorne zu bringen, ist die Verkaufsrate in der Regel als “sehr gering“ einzustufen.

Hier macht man sein Geschäft also ausschließlich über die breite Masse!

Die erreichst Du allerdings nur mit ebenso großen Werbekontingenten, welche sich nur schwer selbst erwirtschaften lassen!

Der wirtschaftlichere Weg lautet: Traffic einkaufen!

Denn es gibt noch zwei weitere Gedanken-Fallen:

#1 Du musstest selbst unzählige, fremde Angebote ansehen. Dabei konsumierst Du die Werbung anderer jedoch auch zwangsläufig.

Das kannst Du gar nicht verhindern!

Es ist also noch lange nicht gesagt, dass Du (während du die Anzeigen klickst) nicht selbst irgendwo einen Kauf tätigst, somit sogar Geld ausgibst und wirtschaftlich gesehen sogar Verlust machst.

#2 Du musst beim betrachten der Fremdwerbung (egal ob bei Viralmailern oder anderen Anbietern die ähnlich funktionieren) immer eine gewisse Zeit auf den Angebotsseiten verweilen, um die versprochen Punkte zu erhalten.

Ich selbst habe mich jedoch oft dabei ertappt, wie ich die Angebote und die Inhalte der dargestellten Seite weiter betrachtet habe, obwohl der Timer schon lange abgelaufen war und ich schon längst die nächste Werbung gegen Punkte hätte öffnen können.

Man verliert also auch hier zusätzlich Zeit, was den “gefühlten“ Stundenlohn weiter nach unten drückt!

Diesen Gefahren erliegst du ebenso nicht, wenn Du die Werbung einfach sofort erkauft hättest.

Doch lasse uns das Beispiel oben mal bis zum Ende simulieren:

Nehmen wir an die 50.000 Mails würden am Ende (nur) 5 Verkäufe für Dich erzielen.

Nehmen wir weiter an, der Verkaufspreis würde dabei jeweils rund 47 EUR betragen.

Wie erwähnt, wäre die Verkaufsquote bei 50.000 potentiellen Kunden mit dem Verhältnis von 1:10.000 zunächst sehr, sehr gering aber unter Berücksichtigung der Traffic-Qualität als absolut normal einzustufen.

Die sogenannte Conversion-Rate, welche das Verhältnis zwischen den Betrachtern deiner Werbung zu kaufenden Kunden beschreibt, wäre demnach mit knapp 0,01% also wirklich extrem mickrig.

Dennoch haben uns die investierten 100 EUR mit dem Aufwand von 1-3 verfassten Werbemails am Ende knappe 235 EUR Einnahmen beschert.

Mit einer Mail an eine fremde, geliehene und somit absolut “kalte“ Liste!

Alles was wir dafür tun mussten war das Schreiben der eMails inkl der Verlinkung auf die eigene Verkaufsseite oder Landingpage!

Abzüglich der investierten 100 Euro läge der Gewinn am Ende also immer noch bei 135 Euro.

Zugegeben auch von diesen 135 Euro wirst Du sicher nicht reich.

Aber wenn Du diese Summe dann erneut in Werbung re-investieren würdest, so könnte sich dein Business bei weitem schneller entwickeln als bei der Opferung der eigenen Zeit in diese Art der Werbung.

Den Traffic einzukaufen hat also in diesem Beispiel absolut Sinn gemacht, muss aber immer individuell und in Abhängigkeit der jeweiligen Traffic Quelle und den zugehörigen Preisen getestet werden.

Jetzt könnte deine Frage noch lauten:

„Kostenfreie Besuchergenerierung dennoch sinnvoll?“

Meine klare Antwort:

„Ja, auch der oben beschriebene, kostenfreie Traffic-Weg kann sinnvoll sein.“

Beispielsweise für alle, die im Internet-Marketing wirklich erstmal zwingend ohne eigene Investitionen anfangen möchten oder vielleicht sogar müssen und für jeden, der die Mechanik solcher Dienste näher kennenlernen will.

Ebenso kann man über das Lesen & Konsumieren der Werbung anderer sehr gut lernen, wie solche Werbeportale funktionieren und wie ein Werbemedium (wie in unserem Beispiel eine Werbe-Mail) aufgebaut sein sollte, um auch tatsächlich Gewinne erwirtschaften zu können.

Sondertipp: Vor allem, wenn ein Marketer regelmäßig eMails über diese Verteiler an die Leserschaft versendet, kann davon ausgegangen werden, dass derjenige mit seiner Werbung auch Gewinne erzielt oder zumindest eMail-Kontaktdaten sammelt!

Warum sonst würde sich derjenige wohl immer wieder aufs Neue die Mühe machen?!

Bevorzugt an solchen eMails würde ich mich als Anfänger orientieren und auch empfehlen diese eMails als Vorlagen auf das eigene Geschäft zu übertragen!

Zur Vollständigkeit sei dann noch erwähnt, dass auch alle von Verteilern dieser Art profitieren, die sich lediglich ein “Zubrot“ im Nebenerwerb verdienen möchten und daher auch nicht auf zwingende, monatlich feste Einnahmen in bestimmter Höhe angewiesen sind.

Ich hoffe dieser Artikel hat dir helfen können, wenn es darum geht Dich zu entscheiden ob Du für Deine Werbung bezahlen sollst oder die kostenfreien Angebote nutzt, welche dafür in der Regel eine alternative, jedoch geldfreie Investition fordern:

Deine Zeit.

Herzlichst,

Andreas Stahnke


Andreas Stahnke
Andreas Stahnke

Andreas Stahnke brennt für das Online-Marketing und liebt es sein Wissen mit anderen Menschen zu teilen. Dies ist sein Weg etwas an seine 1500 bestehenden Marketing-Kunden, 3000 Interessenten und über 1000 Werbe-Partner zurück zu geben.